Network Bridging
Es gibt Leute, die bauen sich eine zweite Netzwerkkarte in den Rechner. Oder haben von Anfang an schon eine drin. Erstere haben oft einen guten Grund für diese Aktion, vielleicht funktioniert die Onboard-Karte nicht richtig. Manchmal ist es auch einfach Neugier.
Egal, ich hab mir eine zweite eingebaut, obwohl die erste ganz gut funktioniert. Ich will nämlich das Notebook nicht per WLAN ins Netzwerk hängen, dafür ist der Empfang bei mir viel zu schlecht. Wieso auch WLAN verwenden, wenn ein Kabel vorhanden ist?
Also, gehen wir’s an. Laut der Anleitung muss ein Kernel-Modul her, also mal schnell
make menuconfig
und das entsprechende Teil aktivieren. Dann
make
und
make modules_install
Soweit alles klar. Für’s Bridgen braucht der Rechner noch ein Stück Software, also
emerge bridge-utils
Testweise mal
brctl addbr br0
Geht nicht: “add bridge failed: Package not installed”. Ok, hab was vergessen, alles klar.
modprobe bridge
Geht auch nicht: FATAL …
Was soll das denn jetzt? Extra als Modul kompiliert und jetzt muss ich trotzdem mit dem neu gebackenen Kernel booten? Na gut, ich versuch das später mal, sollte mich im Moment mit was anderem beschäftigen… außerdem hab ich vor zwei Tagen erst neu gebootet. Das erinnert mich an meinen alten Rechner, der kannte noch kein Hibernate.
… später …
Also, weiter im Text. Nachdem der Kernel installiert und gebootet ist, klappt das tadellos. Wer (wie ich) nicht warten kann und vorher schon an der config rumpfuscht, wird erstmal ohne funktionierende Internetverbindung begrüßt. Wenn man das schnell bereinigt und nochmal in die Anleitung reinschaut, klappt auch alles.
Der Teil für die manuelle Erstellung der Brücke ist zum Testen geeignet, für eine dauerhafte Lösung sollte aber die config angepasst werden, siehe Abschnitt Init Scripts. /etc/conf.d/net muss entsprechend eingestellt werden und das Init Script für br0 muss angelegt werden. Sobald das im Runlevel eingetragen ist steht noch ein Neustart an, soll ja alles sauber und gut getestet laufen.
Wenn nach dem Neustart dann das Notebook eingesteckt wird und von der Fritzbox per DHCP eine IP-Adresse bekommt, dann ist die Freude groß: endlich ohne WLAN!
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